Vom bloggen, bloggen

2002 habe ich mit dem Schreiben angefangen. Gedichte, Geschichten – alles noch per Hand oder Schreibmaschine (ich habe die Geräusche beim Tippen einfach geliebt). Kurz darauf kam mein erster Blog online – auf einer „Osfriesischen Social Media) Seite. Klingt klein. Klingt nach wenig. Aber damals – so ohne Facebook, Instagram und Co. war diese Seite voll, beliebt und einfach der Renner. Mein Blog wuchs. Rasant. Ich habe jeden Tag mindestens einen Beitrag und ein Gedicht geschrieben. Die Wörter kamen von allein. Nachdenken? Nene! Lostippen!
2005 habe ich dann meinen ersten „Richtigen“ Blog online gestellt. Mit jedem Blogbeitrag kamen mehr und mehr Follower. Mir war es egal was andere zu meinen Texten sagten. Ich hab geschrieben, veröffentlicht und einfach weiter geschrieben. Blöde Kommentare kamen höchstens einmal im Monat.
Viele, viele Jahre und Beiträge später, kam der Tag an dem ich mich nicht mehr mit meinem Blog identifizieren konnte. Von einem Tag auf den anderen habe ich ihn gelöscht. Komplett. Ich habe alle Social Media Seiten entfernt, alle Beiträge gelöscht (ohne Backup), alle Fotos entfernt.

Ich bin auf die Suche gegangen, die Suche nach mir selbst. Und als ich soweit war, habe ich einen Neustart gewagt. Neuer Blog. Neuer Name. Neues ich.

Und jetzt fragt ihr euch sicher, warum ich das erzähle.
Schaut euch meinen Blog an. Ich habe viel geschrieben – aber trotzdem gibt es wenig Beiträge. Es stehen  jedoch 87 fertige Blogbeiträge in den Startlöchern. Alle als Entwurf gespeichert und doch nie veröffentlicht.
Jeder Text, jedes Wort das ich bisher geschrieben habe überzeugt mich. Ich zweifel nicht an den Blogbeiträgen, aber seit früher hat sich einiges geändert.

Wenn ich jetzt einen Text veröffentliche muss ich damit rechnen das mich nicht nur ein „Haterkommentar“ pro Monat erreicht, sondern pro Tag. Egal auf welchen Blog ich gehe, welche Social Media Seite ich besuche oder welcher Unterhaltung ich bei Twitter folge:
Überall erwartet mich zur Zeit nur eins: Wut. Leser gegen Blogger. Blogger gegen Blogger. Leser gegen Leser. Blogger gegen Leser.
Das macht mich traurig. Ich mag meine Texte. Ich mag es zu schreiben – aber ich bin eine kleine Plüschige-bitte-seid-Freundlich-zueinander-Ostfriesin und einfach zu glücklich um all den Hass in meine Happy-Blubberblase hineinlassen zu können.

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